Einflussgröße "Melatonin"

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medico
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Einflussgröße "Melatonin"

Beitrag von medico » 1. Okt 2018, 08:57

Vor ein paar Jahren wurde unter Forschern außerdem ein möglicher Einfluss des "Schlafhormons" Melatonin auf die Wirksamkeit von Tamoxifen diskutiert. Licht hemmt die Bildung von Melatonin in der Zirbeldrüse. Der Melatoninspiegel steigt bei Dunkelheit im Laufe der Nacht an. Eine 2014 veröffentlichte Studie an Ratten legte nahe, dass Melatonin die Wirkung der Antihormontherapie beeinflussen könnte: Es könnte zum einen das Wachstum von Krebszellen hemmen. Zum anderen könnte es die Sensitivität von Brustkrebszellen gegenüber Tamoxifen erhöhen und mögliche Ausweichmechanismen der Zellen, also deren intrinsische Tamoxifen-Resistenz, aushebeln. Kann man daraus nun ableiten, dass es von Vorteil ist Tamoxifen am Abend einzunehmen?

Quelle: http://www.krebsinformationsdienst.de/f ... abends.php
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gudrun1960
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Re: Einflussgröße "Melatonin"

Beitrag von gudrun1960 » 1. Okt 2018, 17:46

Hallo Medico,

wenn man davon ausgeht, daß Melatonin (Schlafhormon) ja nur bei Dunkelheit vom Körper selbst produziert wird, wäre es meine Meinung nach sinnvoll, Tamoxifen abends einzunehmen. Auch wenn es wissenschaftlich bisher nicht abschließend bewiesen ist, daß Melatonin die Wirkung von Tamoxifen erhöht, würde ich es, wenn ich selbst betroffen wäre, abends einnehmen.

Beziehst Du die intrinsiche (innere) Resistenz gegen Tamixofens nur auf Brustkrebszellen oder generell auf alle hormonbedingten Zellentartungen?
Nimmt Deine Frau denn wieder Melatonin? Es ging Ihr doch nicht so gut damit. Vielleicht war diese Abgeschlagenheit bzw. Erschöpfung aber auch schon dem Umstand geschuldet, daß Zellen des Desmoidtumor abgestorben sind. Ich weiß nicht, ob man beim Absterben von entarteten Zellen auch von einer Herxheimer-Reaktion spricht. Ich weiß nur von meiner Mama, daß sie körperlich immer unglaublich fertig ist, wenn sich ihre Halsmetastase verkleinert.

Meine Mutter und ich überlegen auch, ob sie noch Melatonin einnehmen soll. Sie schläft nachts oft sehr schlecht. Vielleicht können Tumore ja generell in den Hormonhaushalt eingreifen. Wer nachts nicht schläft, hat tagsüber Stress und Stress ist Gift, besonders für Menschen, die sowieso schon krank sind.

Viele liebe Grüße

Gudrun

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Re: Einflussgröße "Melatonin"

Beitrag von medico » 3. Okt 2018, 21:11

Hallo liebe Gudrun,

meine Lebensgefährtin nimmt Tamoxifen am Abend bzw. kurz vor dem zu Bett gehen weil ihr nach der Einnahme immer übel wird, deshalb verzichtet sie es am morgen zu nehmen. Ob es nun sinnig ist oder nicht weiss ich nicht, denn Tamoxifen hat eine Halbwertzeit von 5-7 Tagen, daher ist der Einnahmezeitpunkt bei so einem SERM wie Tamoxifen im grunde genommen egal. Ob es nun plausibel scheint es kurz vor dem zu Bett gehen zu nehmen weil Nachts während des schlafens die meisten Wachstumshormone (Somatropin und IGF-1) ausgeschüttet werden, so dann ist es nach dieser Theorie zumindest, plausibel. Denn Tamoxifen blockt nicht nur die Östrogenrezeptoren, sondern auch Wachstumshormone die für den Tumorwachstum verantwortlich sind.

Für Desmoidtumore gibt es keine konkrete Behandlungsmethode, gar eine Therapie. Im Verzweiflungsfall nimmt man SERMs wie Tamoxifen, Raloxifen oder Toremifen, da diese eben wie oben erwähnt nicht nur Östrogenassoziierte Tumore behandelt sondern eben auch Wachstumshormone unterdrücken, da gilt auch viel wirkt viel in Bezug auf die hemmende Wirkung der WH; Somatropin (HGH) u. IGF-1, so kann der Tumor zumindest nicht mehr wachsen oder er verflüssigt.

Die Heilungschance (lt. Statistik) mit Tamoxifen bei Desmoid-Tumore liegt bei 100 Patienten wovon 50 Patienten davon erfolgreich behandelt werden. Die Chance liegt somit bei 50:50.

Es gibt noch andere medikamentöse Therapien mit Interferone (Antikörper), Imatinib oder Sorafenib (Tyrosinkinase-, Multikinase- oder Proteinkinasehemmer) mit sehr viel Nebenwirkungspotential und keiner gesicherten Zusage anhand von Studien in Bezug auf Heilungschancen bei DT. Interferone greift da wohl noch am effektivsten bei inoperablen DT, nur ist es unverträglich.

Noch gibt es eine milde Chemoth. die wir aber definitiv verneinen, es macht fertig und bringt nichts. So ist das Wirk- und Nebenwirkungsverhältnis nicht gegeben.

Zu Vitamin D3 und Desmoid-Tumore gibt es positive Fallstudien (Berichte), ebenso zu Tamoxifen in Bezug auf DT. Auch mit MPA + Zoladex wurde schon in Fallstudien positiv therapiert. Ich denke aber Tamoxifen ist da lukrativer.

Auf die Frage des Melatonin, dazu gibt es keine gesicherte Studien und nein meine Lebensgefährtin nimmt es nicht ein. Ich hatte 2012 schon mal Melatonin eingenommen, bei mir hat es die Hpta-Achse (=Testosteron) gehemmt aber dafür den Haarfollikel (Haarwachstum) auf dem Kopf gefördert, daher bestätige ich manche Studien die behaupten Melatonin wirke bei Männer als Testosteronhemmer und bei der Frau als Östrogenhemmer - insbesondere auf die Eierstöcke, sowohl bei den man in den Hoden wirke es inhibierend. Belegen kann ich das natürlich nicht, da Melatonin klinisch unzureichend erforscht ist. Da es aber sozusagen Energie (>Adrenalin>Dopamin) ausschaltet, ist es ein NO-GO für mich/uns. Wird geringfügig Dopamin in der Gehirnzelle gebildet/produziert, steht man amnächsten Tag auf ähnlich wie ein Parkinsonerkrankter.

MfG
medico
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