Beeinträchtigt durch Krebs und das deshalb Verlassen werden

Der Rückzug des sozialen Umfeldes, wenn nicht schnell genug unbeeinträchtigte "Gesundheit" erreicht, oder "gestorben wird"
Lena
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Beeinträchtigt durch Krebs und das deshalb Verlassen werden

Beitragvon Lena » 21. Jul 2014, 15:16

Beeinträchtigt durch Krebs und das deshalb Verlassen werden

Es trifft uns wie ein Schicksalsschlag und unter Umständen auch härter als die Krebsdiagnose selbst:
die Reaktionen unseres ausnahmslos gesamten sozialen Umfeldes.
Hier, wo die sozialen Kontakte durch Verfügbarkeit und Fürsorge nachweislich das Krebsgeschehen verbessern, erfolgt genau das Gegenteil in seinen diversen Formen des Rückzugs.

http://allgemeinmediziner.wordpress.com/krebs/

"in einer Krise wie einer Krebserkrankung zeigen viele, die uns vermeintlich nahe stehen, ihr wahres Gesicht. Es trennt sich die Spreu vom Weizen.

Manch einer, von dem Sie es gar nicht erwartet hätten, steht Ihnen dann möglicherweise ehrlicher zur Seite als die beste Freundin oder der beste Freund.
Rechnen Sie damit, dass sich das Verhalten Ihrer Familie und Ihres Freundes- oder Kollegenkreises ändert und zwar nicht unbedingt zum Positiven.
Das gilt insbesondere, wenn sich die Erkrankung hinzieht und mit großen Beeinträchtigungen verbunden ist.

Häufig ist es leider so, dass Menschen sich abwenden, wenn jemand schwer erkrankt ist oder im Sterben liegt. Das löst das Angst und Sprachlosigkeit aus. In dieser Zeit befinden sich die Betroffenen meist der Not gehorchend auf dem sozialen Rückzug, weil nichts mehr geht, andererseits verliert die Umwelt das Interesse an ihnen, wenn quasi “nicht schnell genug gesund geworden oder gestorben wird”.
Dadurch reduzieren sich die Möglichkeiten nach selbstverständlichen und beiläufigen Kontakten, wie sie im Alltag so normal und so notwendig sind.

Außenstehende müssten nun bewusst auf die Kranken und ihre Familie zugehen, ihre Teilnahme und Hilfe anbieten. Da dies nur selten geschieht, ist für die Betroffenen Hilfe von anderer unabhängiger Seite so immens erleichternd. Nehmen Sie die Unterstützung ruhig an, wenn Sie das Gefühl haben, dass das Angebot ernst gemeint ist. Professionelle Hilfe ist in vielen Fällen ein wahrer Segen. Auch als Angehörige(r) brauchen Sie Entlastung und Menschen, die zu Ihnen stehen. Sie müssen einen Drahtseilakt absolvieren, indem Sie die erkrankte Person stärken, aber auch auf sich selbst und Ihre Gesundheit achten müssen."


:GS40 Dieser Rückzug beginnt in der heutigen Freizeit- und Genussgesellschaft nicht erst bei dem 'vermeintlichen' Sterben, das auch noch als einzige Möglichkeit erwartet wird.

Tatort dieses o.g. Sozialverhaltens ist die Partnerschaft, ebenso wie die eigene Familie.
Hilflosigkeit und Sprachlosigkeit machen sich dabei zuerst bei den Krebs Betroffenen bemerkbar, und nicht, wie oft vermutet, bei den s.g. Angehörigen.

Krebs mag eine Infektionskrankheit sein, die auf der Blockade des eigenen Immunssystems durch die Auslöser-Überreizung im Körper tumorartig manifestiert. Krebs ist dennoch nicht die "Pest".

Welchen durch Krebs Beeinträchtigten haben wir da gerade in unserem Umfeld, den wir deshalb nicht mehr kontaktieren, anrufen, einladen, mitnehmen, mit ihm scherzen, etc?

Welcher unserer langjähriger Berufs- oder Freizeitbegleiter, den wir gerne auch als Freund(in) bezeichnen, hat sich jüngst - durch unsere körperliche Beeinträchtigung - wortlos von uns verabschiedet?


Bei mir persönlich, sind dies bspw. die außer Haus lebende Familie aus nicht erster Linie und einige der Nachbarn. Wie kann man nur mit Krebs ohne Schulmedizin in ein besseres oder gesünderes Leben hineinleben?

Wie ist das oben Genannte für uns "Krebsangehörigen" oder "Krebs Beeinträchtigten" heute?
Wie fühlt es sich an, im Nachhinein oder im Jetzt?


Lieber Gruß Lena
"Weißt du, dass die Bäume reden? ... Sie sprechen miteinander, und sie sprechen zu dir, wenn du zuhörst." (Taganga Mani, Stoney)

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Re: Beeinträchtigt durch Krebs und das deshalb Verlassen wer

Beitragvon ralfdingo » 23. Jul 2014, 15:02

Hier hatte ich mehr Glück als viele meiner Mitstreiter. Das Verhältnis mit meiner Frau ist noch besser geworden als es schon war meine Gruppe der bekannten mit denen ich mich einmal die Woche treffe sind heute meine Freunde die Mbit und meiner Frau tatkräftig und ehrlich geholfen haben zum Teil auch miceudfremde Menschen die einen beetkreis für mich organisiert haben ohne es mir zu sagen erst sehr viel spähter als die sogenannte heiße fase vorbei war wurde es mir erzählt. Heute habe ich mehr Freunde als vor der Krankheit und bin 1000% glücklicher denn je ich kann jetzt nach 3 Jahren sagen das mir meine Krankheit gut getan hat

Engelchen
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Re: Beeinträchtigt durch Krebs und das deshalb Verlassen werden

Beitragvon Engelchen » 2. Nov 2015, 11:31

Anfangs als die Krebsdiagnose kam und ich dann im KKH war, waren alle Freunde und Bekannte ständig da - oft war es mir sogar zu viel, da ich mich derartig schlapp fühlte, dass ich die vielen Besuche und Telefonate gar nicht bewältigen konnte.

Auch in der Zeit nach dem Krankenhaus gab es viele Hilfsangebote - von einkaufen bis Wäsche waschen, Essen kochen etc.

Aber dann wurde es immer weniger ...die Menschen reden kaum noch mit mir über meine Krankheit. Wenn ich erzähle, dass nächste Woche schon wieder die ganzen Nachsorgeuntersuchungen losgehen hört man mir nur noch " höflich " zu.

So entsteht langsam innerlich ein Gefühl von Einsamkeit ... ich bleibe mit meinen Ängsten und Sorgen allein ....ziehe mich introvertiert zurück.Sicherlich wäre es aber besser, sich regelmässig auszutauschen und zu reden ....

lg Engelchen

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Re: Beeinträchtigt durch Krebs und das deshalb Verlassen werden

Beitragvon ralfdingo » 5. Nov 2015, 18:08

Ja Engelchen es ist klar die Leute halten nicht lange durch interesse an der Krankheit zu zeigen aber dafuer sind wir ja hier zustaendig so bleiben die anderen fuer das "gesunde" leben.
Hier ist es so das einen alle verstehen wenn man von nachsorge untersuchungen redet -- morgen habe ich eine am Kopf (bin aber ganz ruhig, hoffe zu recht)

Engelchen
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Re: Beeinträchtigt durch Krebs und das deshalb Verlassen werden

Beitragvon Engelchen » 6. Nov 2015, 07:59

Hallo Ralf,

ich wünsche Dir alles Gute für Deine Untersuchung heute .Wenn es geht, bleib ruhig !!
Bei mir macht sich jetzt schon zunehmend Unruhe breit, dabei habe ich noch Zeit bis Montag morgen 8 Uhr.-

Schreib uns später mal was die Untersuchung ergeben hat.-

Alles Liebe

Engelchen

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Re: Beeinträchtigt durch Krebs und das deshalb Verlassen werden

Beitragvon ralfdingo » 7. Nov 2015, 01:14

Mache ich und ich bleib ruhig und schreib uns auch von dir wenn du etwas weisst

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Re: Beeinträchtigt durch Krebs und das deshalb Verlassen werden

Beitragvon Engelchen » 30. Nov 2015, 07:53

Nun sind keine Untersuchungsergebnisse mehr zu erwarten - d.h. dass ich z.Zt. KEINE Metastasen habe !!

Die Spannung fällt für ein paar Wochen von mir ab - im Januar steigt sie wieder - Anfang Februar gehen die Untersuchungen wieder los.-

Euch allen alles Liebe und herzliche Grüsse

Engelchen

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Re: Beeinträchtigt durch Krebs und das deshalb Verlassen werden

Beitragvon ralfdingo » 30. Nov 2015, 13:42

Langsam aber Sicher bekommst auch du Sicherheit wenn die Untersuchungen kommen. Ich kann dir aus Erfahrung sagen das ich es eigentlich immer gesuehrt habe wenn ich etwas hatte und das scon wochen vorher. Daher glaube ich wenn man sich wirklich kennt kann man es auch spuehren ob etwas in Ordnung ist oder nicht.

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Re: Beeinträchtigt durch Krebs und das deshalb Verlassen werden

Beitragvon tigrib » 3. Dez 2015, 07:41

Liebes Engelchen,
Schön das du nun gesund bist und das schreibe ich dir sehr provokant. Ja du bist gesund, man hat nichts gefunden. Bitte stelle nun dein Gedankenkarussel darauf um. Du bist gesund und unternimmst momentan vieles um gesund zu bleiben. Freuhe dich zu deiner Gesundheit, erlebe dein Leben wieder bewusster und fange wieder an zu leben und zu genießen. Ich kann dich verstehen, dass diese Termine einen schon sehr zu schaffen machen. Doch diese negative Energie ist Gift für uns. Genieße die Vorweihnachtszeit und Weihnachtszeit und richte deine Gedanken auf deine Gesundheit und setze dir Ziele. Vielleicht besorgst du dir mal das Buch von carl Simonton, dass hat mir anfangs sehr geholfen, meine negativen Gedanken zu kontrollieren und zu beeinflussen. Ich bin überzeugt, das gerade bei uns Krebspatienten die Psyche eine größere Rolle spielt, als alle anderen Therapien.
Vielleicht habt ihr bei euch jemanden, der dich in die Meditation einweisen kann. Wenn nicht, auch nicht schlimm, dann versuche es alleine. Ich habe eine CD von Carl Simonton und die half mir anfangs gut, mich auf die Meditation einzulassen.Bitte bei der Meditation nicht den Krebs bekämpfen wollen, dass raubt Kraft. Ich stelle mir immer eine Herrscharren von gesunden Blutkörperchen vor, die haben meine Lieblingsfarbe Terakotta und die Krebszellen sind schwarz. Meine Guten Blutzellen sind groß und prall gefüllt, die schwarzen Krebszelle sind klein und schwach. Dabei höre ich meine Schamanischen Trommelgesänge und dann geht es in meinen Visualisierungen los. Die guten Blutkörperchen werden immer mehr und immer rießiger und nehmen meinen gesamten Körper, so dass die kleinen schwachen schwarzen Krebsgnome keinen Platz mehr finden und aus dem Körper gedrängt werden, da sie keinen Platz mehr haben. Hier geht es nicht darum, den Krebs zu bekämpfen, ich visualisiere nur, dass das gesunde (Blut - und Immunzellen) sich vermehren und in meinem Körper ausbreiten. Danach visualisiere ich mir meine gesunde Zukunft. Ich befinde mich an einem schönen Ort, der mir gut tut und sehe mich darin in der Zukunft, mit all meinen Zielenund Träumen.Bei der Meditation nicht liegen, sonst schläft man ein. Bequem hinsetzen und die Füsse erden, mit festen Stand auf dem Boden. So oder ähnlich kannst du meditieren und positive Gedanken erlernen. Anfangs habe ich das täglich zwei bis drei mal gemacht, habe es gebraucht und jetzt vielleicht drei mal die Woche. Ich kann gut meine Gedanken steuern und für mich steht nur eines fest, ich bin gesund, auch wenn es mal irgendwo weh tut, ich bin gesund. Gesunde Menschen haben auch mal Schmerzen und denken nicht gleich an Krebs und Metastasen.

Vielleicht versuchst du es einfach mal für dich, damit du besser mit den Ängsten vor deinen Kontrollterminen klar kommst. Also ab heute gilt der Grundgedanke du bist gesund, wurde dir sogar ärztlich bescheinigt.
Denke immer an die Macht und Kraft unserer Gedanken. Es gibt dazu ein tolles Buch es heißt " Geheilt"', steht auch hier unter Buchempehlungen.

LG Moni


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