Zunderschwamm Echter: Brustgeschwür-Wundpflaster

Lena
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Zunderschwamm Echter: Brustgeschwür-Wundpflaster

Beitragvon Lena » 24. Apr 2013, 14:41

Echter Zunderschwamm (Fomes fomentarius) aus den alten Arzneibüchern und Apothekenvorräten zur blutstillend, desinfizierenden Wundpflege - sowohl als Wundpflaster als auch als Wundstreupulver auf offene Wunden

Als ich ihn für mich selbst benötigte bei der erwarteten Brust-Tumoröffnung im 5. Jahr, letzten Sommer, stand er mir in Europa nicht mehr erhältlich als Aufforderung da, mich seinen Behandlungserfolgen besonders zu widmen. In der Erwartung, dass sich an solch exklusiv Chemisch-Synthetisches als Apotheken-Mittel noch einmal etwas ändert. Ich habe ihn schon am toten Buchenholz gefunden, im April mit Beil geerntet, konnte ihn dennoch von der Technik und den mir zur Verfügung stehenden Kräften nicht selbst weiter verarbeiten.

Der konsolenartige Fruchtkörper des Zunderschwammes erreicht einen Durchmesser von 40 bis 50 cm. Er kann bis zu 20 cm dick werden und ein Gewicht von mehreren Kilogramm haben. Die Oberfläche des Fruchtkörpers ist von einer harten Kruste bedeckt, die anfangs rotbraun, später mittelbraun und schließlich grau gefärbt ist. In Deutschland kommt der Zunderschwamm vornehmlich auf Buchen vor.

Hauptwirkung dieses Candida-Pilz abtötenden Wundstreupulvers auf offenen Wunden und Geschwüren:

In alten Arzneibüchern, aufgeführt als "Fungus igniarius", "Fungus chirurgorum" und "Agaricus chirurgorum", weist er als Arzneimittel auf die Blutstillung hin. Dazu wurde eine weiche, lockere, zimtbraune Gewebeschicht des Pilzes verwendet, die sich im inneren des Fruchtkörpers, zwischen der harten Oberflächenkruste und der umseitigen Röhrenschicht befindet. Man schnitt diese Gewebeschicht heraus, tauchte sie für längere Zeit in Wasser, ließ sie danach etwas antrocknen und klopfte und walzte sie schließlich in feuchtem Zustand solange, bis ein weicher, wildlederartiger, etwa 30 cm langer, 15 cm breiter und 5-6 mm dicker Lappen entstand. Das weiche und ausdehnabre fertige Wundpflaster, nimmt leicht und reichlich, bis zum 2-fachen des Eigengewichts, Flüssigkeit auf (Entzündungsflüssigkeit, Wasser und Blut).

In den Wäldern von Transsilvanien (in Rumänien) werden auch heute noch reichlich Zunderschwämme gesammelt und nach alter Tradition für Kleidungsstücke verarbeitet. Wie der Mykologe Linus Zeitlmayr in seinem "Haus- und Taschenbuch für Pilzfreunde" berichtet, hat man dazu die kleineren, schlechteren Zunderschwammlappen in einer Lauge von Heißwasser, Urin und Asche gebeizt, danach abgewaschen und weichgeklopft. Die Lappen wurden als nächstes in Salpeterlösung oder einer Lauge, bestehend aus Salz, Asche und Salpeter eingeweicht und schließlich getrocknet. Der Bedarf dieses so leicht entzündlichen Feuermittels war aus mittel- und westeuropäischen Wäldern einst nicht mehr zu decken. Ohne zu wissen, mit welchem medizinisch-therapetutischen Gold da tatsächlich Handel betrieben wurde, erlebte der Zunder einen Handelsrouten-Handel bis nach Nordeuropa und in den südöstlichen Zipfel des Karpatenbeckens, nach Transsilvanien.


:arrow: "Für den Einsatz der Zunderschwammlappen zur Blutstillung auf Wunden werden diese ohne jeden Chemikalienzusatz ausschließlich in Heißwasser eingeweicht und danach weichgeklopft. Diese Art der Anwendung hat bis heute überlebt, wobei entsprechende Hinweise z.B. der Neuausgabe des "Hagers Handbuch der Pharmazeutischen Praxis" zu entnehmen sind.

Inhaltsstoffe und medizinische Wirkung
Die Inhaltsstoffe des Zunderschwammes sind bisher wenig erforscht. Seine Nährstoffzusammensetzung ist weitgehend unbekannt, was in Anbetracht der Tatsache, dass er kein Speisepilz ist, nicht verwundert. Nachgewiesen wurden im Fruchtkörper die Fomentarsäure, eine Form der Bernsteinsäure sowie die Zuckerverbindungen Mannofucogalaktan und Glucuronoglucan.

Aus der Fettfraktion des Fruchtkörpers wurden Ergosterin, die Vorstufe des Vitamin D, sowie Fungisterin und Isoergosteron isoliert.
Die Anwendung als blutstillendes Mittel bei kleinen Wunden erfolgte durch Auflegen des Zunderlappens. Außerdem hat man auch noch einen alkoholischen Extrakt, das Fomitin, aus den trockenen Fruchtkörpern gewonnen. Dieser galt als hilfreich bei Blasenleiden, schmerzhaften Regelblutungen und Hämorrhoiden.

Der Zunderschwamm als Heilmittel ist auch in Ostasien seit langem bekannt. Er gilt als mild und leicht bitter vom Geschmack. Die traditionelle chinesische Volksmedizin setzte ihn in erster Linie gegen Magenverstimmung ein. In der modernen Naturheilkunde Chinas wird der Zunderschwamm in gleicher Weise verwendet. Zusätzlich wird er noch gegen Speiseröhren-, Magen- und Gebärmutterkrebs empfohlen.

:arrow: Mit einem Extrakt aus den Fruchtkörpern haben chinesische Wissenschaftler bei Versuchstieren eine 80 %ige Hemmung der Bindegewebsgeschwulst Sarkoma registriert.

Anwendung: Um bei Kindern eine Magenverstimmung zu behandeln, sollen chinesischen Empfehlungen zufolge 9 g des Fruchtkörpers zusammen mit 13 g red rock-Lichen (Digenia simplex, eine Flechte, die in der chinesischen Heilkunst als spulwurmabtötend und abführend gilt. Sie wird auch in der Kinderheilkunde eingesetzt) in Wasser ausgekocht und der Abguss 2-mal täglich verabreicht werden.
Gegen Speiseröhren-, Magen- und Gebärmutterkrebs werden den gleichen Quellenangaben entsprechend 10 bis 20 g des Fruchtkörpers in Wasser ausgekocht, und der Sud wird 2-mal täglich eingenommen."


Quelle: Auszüge von Prof. Dr. Jan I. Lelley

Der Echte Zunderschwamm, wie oben beschrieben verarbeitet, liefert das selbst herstellbare Wundstreu-Pilzpulver, das auf alle offenen wie stark blutenden Wunden gegeben werden darf, wie ein osteuropäischer Arzt aus eigenen Erfahrungen berichtet.
Es verschließt die Wunde, wirkt stark antibakteriell und vor allem anti-mykotisch, fällt als Kruste ab, oder wird nach innen absorbiert.
Diese Wundmanagement-Methode, bedarf keines Verbandwechsels noch einer Wundversorgung!
Der wirksame Einsatz bei offenen Brustgeschwüren wurde beobachtet und dokumentiert.

http://www.persee.fr/web/revues/home/prescript/article/pharm_0035-2349_2002_num_90_336_5432
In der Geschichte der Pharmazie Seite 608 wird der Echte Zunderschwamm als medizinisches Mittel bei Leberkrisen und einigen Krebsarten in China angewandt erwähnt. Hier finden sich in frz. Sprache die detailliertesten Angaben zur äußerlich ärztlichen Anwendung wieder.

Lieber Gruß Lena

p.s.: hier ein Foto des Mykologen Paul Stamet mit seinem Zunderschwamm-Hut, so wie er in Transsylvanien noch gefertigt wird: http://images.huffingtonpost.com/2011-11-02-Paul9.jpg
"Weißt du, dass die Bäume reden? ... Sie sprechen miteinander, und sie sprechen zu dir, wenn du zuhörst." (Taganga Mani, Stoney)

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Re: Zunderschwamm Echter: Brustgeschwür-Wundpflaster

Beitragvon Lena » 5. Sep 2013, 22:54

Lena hat geschrieben:Der wirksame Einsatz bei offenen Brustgeschwüren wurde beobachtet und dokumentiert.
Bislang kenne ich keine Bezugsquelle für das Fruchtkörperpulver des Echten Zunderschwamm. Es hätte mir Einiges an Wund-Mangement erleichert! Dafür lehrte mich mein Körper, dass diese Blutungen auch eine entgiftende Wirkung vor Ort haben. Auch, dass der Bade-Einsatz von warmem Wasser, gemäß dem Krebsfall von Dr. med. Fereydoon Batmanghelidj ("Die Wasserkur bei Übergewicht, Depression und Krebs"), dass sich das Kapillarbett öffnet und mehr Wasser, Sauerstoff und Rohstoffe, sowie energetisierte Immunzellen an die Basis des kanzerösen Wachstums in der Haut liefert.

Lieber Gruß Lena
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Re: Zunderschwamm Echter: Brustgeschwür-Wundpflaster

Beitragvon Lena » 19. Nov 2013, 18:35

Lena hat geschrieben:, dass sich das Kapillarbett öffnet und mehr Wasser, Sauerstoff und Rohstoffe, sowie energetisierte Immunzellen an die Basis des kanzerösen Wachstums in der Haut liefert.
Die Blutstillung erfolgte erstaunlich schnell nur mit dem Abtupfen von starkem Salbeitee-Auszug.

Selbst getrockneter und allerfeinst gemahlener Shi-take-Pilz, leistete dasselbe Ergebnis wie das Pflanzenpulver der Lungenkrautblätter (nicht Blüten!) - eben nur nicht so schnell.

Zur Erntezeit des Echten Zunderschwamm im April kann ich an den mir reichlich bekannten Fundorten gelassener vorbei wandern, ohne Beil und Hammer, um ihn ja auch erst einmal abzuernten von seinen toten Lieblingsgehölzen.

Lieber Gruß
Lena
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