Mammographie - Screening und die Risiken

Lena
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Mammographie - Screening und die Risiken

Beitragvon Lena » 9. Okt 2013, 16:53

http://www.stern.de/gesundheit/2-brustkrebsvorsorge-neue-studie-stellt-screening-infrage-1553454.html
"Auf die etwa zehn Millionen Frauen bezogen, die in Deutschland zum Screening eingeladen werden, hieße dies laut Mühlhauser: Über zehn Jahre hinweg würde das Leben von 5000 Frauen verlängert, 50.000 erhielten in diesem Zeitraum allerdings eine ungerechtfertigte Diagnose und Behandlung und bei zwei Millionen Frauen käme es zum Verdacht, der durch eine weitere Untersuchung, zum Beispiel eine Gewebeprobe, abgeklärt werden müsse.

"Als Frau werden sie nie feststellen können, ob sie zu den Personen zählen, bei denen es sich um eine Überdiagnose handelt oder zu den seltenen Fällen, denen einen frühe Diagnose und Behandlung tatsächlich das Leben gerettet hat", sagt sie. Manche der behandelten Frauen wären jedenfalls ohne Screening nie zu Brustkrebspatientinnen geworden."


Bei meinem heutigen Wissen über zuverlässige Krebsdiagnoseverfahren, und bei einem bereits sicht- wie tastbaren Brusttumor käme mir diese brachial gefährliche Art der Diagnostizierungsgrundlage der Mammographie nie wieder infrage.

Lieber Gruß Lena
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Anne
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Re: Mammographie - Screening und die Risiken

Beitragvon Anne » 9. Okt 2013, 21:43

Wenn das alles wäre, wäre es schon schlimm genug. Denn wenn man die Studie hinzunimmt, nach der Brustkrebs teils selbst auszuheilen scheint, kommt man bei logischer Überlegung vielleicht zu dem Schluß, der meiner Überzeugung entspricht, dass man gar nicht zur Vorsorge gehen sollte. Ich war bis heute nicht und werde auch in Zukunft nicht gehen.

Aber wenn man dazu noch die Fälle berücksichtigt, bei denen Frauen gar keinen Krebs hatten und trotzdem mit absichtlich gefakten Diagnosen bis hin zu OP, Chemo und Radiatio eine komplette Krebsbehandlung bekamen, wie nicht nur Mal von einem Frankurter Arzt durch die Medien publiziert wurde; für eine Freundin, die früher in einer Arztpraxis arbeitete und häufig mit zu Kongressen ging, waren Unterhaltungen zwischen Ärzten nichts Besonderes, bei denen es um gesunde Patientinnen ging, denen sie eine Brustkrebsbehandlung verpassten; auch hier wird ein bekannt gewordener grosser Fall geschildert http://www.blueconsult.ch/Kurt%20Langbe ... artell.pdf , dann wird es ganz häßlich.
Wenn man in diesem seit Jahren öffentlich frei lesbaren Buch von Langbein dann noch die Fakten zur Krebsbehandlung liest und dabei bedenkt, dass jede Laboruntersuchung falsch ausgewertet werden kann, dann ist sowie alles zu spät.

Meine Abneigung gegen Ärzte geht jedenfalls soweit, dass ich nach Möglichkeit erst gar nicht zum Arzt gehe, wenn was ist.
2004 hatte ich in der rechten Brust einen Knoten wahrgenommen, den ich als Zyste diagnostizierte und der Taubenei Größe erreichen musste und von aussen gut sichtbar war, bis ich mich informierte, weil er mich dann doch irgendwann störte und ich der Meinung war was dagegen tun zu müssen. Ich holte mir ein homöopathisches Mittel, dass einer anderen Frau bei Ihrer Zyste in der Brust geholfen hatte . Ich nahm es einige Wochen und dachte nicht mehr darüber nach. Nach ein paar Wochen war die Zyste weg und kam nicht mehr.
Die Vorstellung statt dessen zu einem Arzt zu gehen, der eine Biopsie und/oder Punktion macht, dann wer weiß was diagnostizieren könnte und auch noch über meinen Körper entscheiden will, war mir zutiefst zuwider. Und schon alleine die damit vergeudete Zeit. Nein danke.

Auch ein sehr schönes Buch ist übrigens "Die weiße Mafia".

Lena
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Re: Mammographie - Screening und die Risiken

Beitragvon Lena » 9. Okt 2013, 22:43

Anne hat geschrieben:Aber wenn man dazu noch die Fälle berücksichtigt, bei denen Frauen gar keinen Krebs hatten und trotzdem mit absichtlich gefakten Diagnosen bis hin zu OP, Chemo und Radiatio eine komplette Krebsbehandlung bekamen, wie nicht nur Mal von einem Frankurter Arzt durch die Medien publiziert wurde; für eine Freundin, die früher in einer Arztpraxis arbeitete und häufig mit zu Kongressen ging, waren Unterhaltungen zwischen Ärzten nichts Besonderes, bei denen es um gesunde Patientinnen ging, denen sie eine Brustkrebsbehandlung verpassten;
Liebe Anne,
welch ein Wirtschaftsfaktor für die Krebsindustrie. So runde 100.000,00 € leisten die s.g. gesetzlichen Krankenkassen an sicher verdienten Klinik-Einkünften, bis alle erstattungspflichtigen BK-Behandlungen abgeschlossen sind.

Und unter dieser BK-Patientinnen-Zwangsrekrutierung erscheint die zwanghafte Suche nach Metastasen in einem völlig neuen Licht. Denn da warten ja wiederum pro Metastase die sicheren chirurgischen Eingriffe.

Lieber Gruß Lena
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hermann
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Re: Mammographie - Screening und die Risiken

Beitragvon hermann » 27. Jan 2014, 16:08

Fehldiagnose, dies ist leider nur die eine Seite, aber was ist mit den Risiken in der praktischen Durchführung?
Statistisch gesehen, ist die Mammographie sowieso unwirksam, wenn aus zwei gleich großen Frauengruppen in beiden die Zahl der an Krebs verstorbenen gleich groß ist, obwohl die eine Gruppe an einer Mammographie teilgenommen hat.
Gefährlich ist für mich die Mammographie, weil der technisch-organisatorische Ablauf kritische Momente aufweist.
Bekannt ist, dass ionisierende Strahlung, also auch die Röntgenstrahlung, Schädigungen der Zelle als kleinster biologischer Einheit auslöst. Aber der Organismus hat ja zum Glück die Fähigkeit, geschädigte Zellen zu erkennen und durch Reparaturmechanismen, einem Absterben der Zellen sowie durch die Immunabwehr den Normalzustand wieder herzustellen. So bei gesunden Frauen.
Was passiert aber, wenn der Organismus bereits ein geschwächtes Abwehrsystem besitzt und einer Röntgenstrahlung ausgesetzt wird?

Vor einer Mammographie wird mittels Fragebogen (liegt vor) abgeklärt, ob die Frau bereits an Brustkrebs erkrankt oder operiert wurde, ob sie Veränderungen an ihrer Brust bemerkt hat oder ob in der Familie bereits Brustkrebs vorgekommen ist. Es soll ja nur die Brust bestrahlt, aber nicht die Person als Ganzes berücksichtigt werden. Also wird die Frage, ob sie bereits mit einem geschwächten Immunsystem zur Mammographie kommt, gar nicht erst gestellt.
Während der Mammographie versucht man, durch eine technische Schutzmaßnahme Körperteile außerhalb der Brust vor einer Strahlenbelastung abzuschirmen. Auf Grund der unterschiedlichen Frauengrößen wird dieser Schutz, insbesondere bei den mobilen Mammographie-Einheiten, nie optimal sein können. Vielleicht, weil die Größe des Schutzes nicht optimal ist oder nicht optimal angelegt ist (werden kann).
Meine Frau hatte, als sie zur Mammographie ging, durch mehrere chronische Entzündungsherde (in Behandlung) ein geschwächtes Immunsystem. Danach wurde aber nicht gefragt. Zudem hatte sie die subjektive Vermutung, dass der Schutz für die übrigen Körperteile nicht optimal angelegt wurde.

Bereits am Tag nach der Mammographie traten Schmerzen unterhalb der rechten Brust auf. Sie vergingen, aber der gefühlte körperliche Gesundheitszustand war ab diesem Zeitpunkt ein anderer als zuvor. Er entwickelte sich über zwei Jahre langsam und schleichend weiter. Die zu den regelmäßigen Arztkonsultationen vorgenommenen Labor-Untersuchungen zeigten keine Abweichungen von den zulässigen Bereichen. Bis nach zwei Jahren ein Krebs unterhalb der rechten Brust (als Kollateralschaden) zutage trat.

Nach der Mammographie wussten wir, einen Brustkrebs gibt es nicht, aber die Initialisierung eines Krebses mit tödlichem Ausgang wurde nicht erkannt.
Darf man aus dieser Schilderung den Frauen Ratschläge für eine Entscheidung pro / contra Mammographie geben? Ich sage, es ist eine ungesunde Angelegenheit.
Lieber Gruß Hermann

Lena
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Überdiagnose nach Mammografie, Jede dritte Diagnose falsch

Beitragvon Lena » 28. Okt 2014, 13:02

hermann hat geschrieben:Bekannt ist, dass ionisierende Strahlung, also auch die Röntgenstrahlung, Schädigungen der Zelle als kleinster biologischer Einheit auslöst. Aber der Organismus hat ja zum Glück die Fähigkeit, geschädigte Zellen zu erkennen und durch Reparaturmechanismen, einem Absterben der Zellen sowie durch die Immunabwehr den Normalzustand wieder herzustellen. So bei gesunden Frauen.
Was passiert aber, wenn der Organismus bereits ein geschwächtes Abwehrsystem besitzt und einer Röntgenstrahlung ausgesetzt wird?
Ja, lieber Hermann, da sind die für die Brustdrüsen bereits gefährlichen Strahlen einer Mammographie, die sich in einem CT um einiges stärker bündeln, und das wider jeden gesunden Menschenverstand verstossende Zusammenpressen und Quetschen des stossempfindlichen Brustgewebes. Eine solche noch an einem sichtbar verkapselten Brusttumor durchzuführen, zeigt legalisierte Verantwortungslosigkeit.

"Überdiagnose nach Mammografie - Jede dritte Diagnose falsch

Krebsfrüherkennung durch Mammografie fördert die Überdiagnose von Brustkrebs warnen Kritiker der Vorsorgeuntersuchung. Jeder dritte so diagnostizierte Brustkrebs würde unbehandelt nicht zum Tod der Patientin führen, schreiben Karsten Jørgensen und Peter Gøtzsche vom Nordic Cochrane Centre in Kopenhagen im Britischen Ärzteblatt.

Sie stützen sich dabei auf Daten aus bevölkerungsweiten Mammografieprogrammen in Großbritannien, Schweden, Teilen von Kanada, Australien und Norwegen. Betrachtet wurde die Zahl der Neuerkrankungen an Brustkrebs im Zeitraum von sieben Jahren vor und nach der Einführung der Programme. Die Wissenschaftler berücksichtigten dabei Teilnehmerzahlen, Altersgruppen, Zeitpunkt der Aufnahme der Früherkennungsuntersuchungen und verschiedene Beobachtungszeiträume."


http://www.zentrum-der-gesundheit.de/krebsdiagnose-ia.html
"Studien zeigen: Überdiagnosen bei Krebs sind keine Seltenheit

Erst kürzlich wurden im Journal of the National Cancer Institute Forschungsergebnisse veröffentlicht, die enthüllten, dass Überdiagnosen bei Krebs in den Vereinigten Staaten ein schwerwiegendes Problem sein könnten.

Die Autoren der Studie, H.Gilbert Welch, MD, und William Black, MD, vom Department of Veterans Affairs Medical Center in White River Junction, Vermont und vom Dartmouth-Hitchcock Medical Center, fordern, dass dringend sowohl klinische als auch forschungstechnische Strategien entwickelt werden, um das Ausmass und die Therapiebedürftigkeit einer (bislang symptomlosen) Krebserkrankung richtig einschätzen zu können und um auf diese Weise Überdiagnosen bei Krebs künftig zu vermeiden.

Überdiagnose oder Fehldiagnose – der Unterschied

Überdiagnosen dürfen nicht mit Fehldiagnosen verwechselt werden. Während das Wort „Fehldiagnose“ tatsächlich eine falsche Diagnose beschreibt, ist das bei Überdiagnosen nicht der Fall. Überdiagnosen nennt man Diagnosen, die eine tatsächlich vorhandene „Krankheit“ oder besser Abnormalität feststellen. Doch würde diese Abnormalität während des gesamten Lebens des Patienten niemals Symptome verursachen."


Das sichere Krebs-Milliarden-Geschäft mit den s.g. Diagnosen, egal woher und wie, hat es auch das Interesse Krebserkrankungen richtig einzuschätzen?
Haben Frauen den Mut das tatsächliche Risiko dieser reinen Apparatemedizinuntersuchungen und ärztlichen Forderungen dazu, richtig einzuschätzen?

Lieber Gruß Lena
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