Ohrspeicheldrüsenkrebs

dominic3
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Ohrspeicheldrüsenkrebs

Beitragvon dominic3 » 11. Jul 2015, 13:32

Hallo an alle!

Bei mir wurde angenommen, dass es sich um einen gutartigen Tumor an der Ohrspeicheldrüse handelt. Somit wurde mir am 11. Juni der Tumor und ein Teil der Ohrspeicheldrüse entfernt. Nach gutem Verlauf der Operation, musste ich noch einen Woche stationär bleiben. Am Tag der Entlassung kamen auch die Laborergebnisse und es stellte sich heraus, dass der Tumor gegen alle Erwartungen doch bösartig war. Den beteiligten Ärzten und Pflegern konnte man ihre Verwunderung anmerken. Da ich 21 Jahre jung bin, hat wohl niemand damit gerechnet.

Somit wurde ich am 22.06 noch einmal Operiert. Es wurde die restliche Ohrspeicheldrüse und Lymphknoten in dem Bereich entfernt. Mir wurde gesagt, dass ich Glück habe, weil der Tumor mit 1,5 cm Durchmesser noch eine sehr niedrige Gefahrenstufe hat. Dies bestätigte sich auch nach einer weiteren Woche bangend auf die Laborergebnisse warten. Die Ohrspeicheldrüse und die Lymphknoten waren "sauber".

Am 29. Juni dufte ich dann endlich nach Hause gehen und mir ging es sowohl physisch, als auch psychisch wieder relativ gut. am 03. Juli hatte ich dann einen Termin zum Fäden ziehen und der Arzt war mit der Wundheilung und Narbenbildung ziemlich zufrieden.

Bei mir traten zwei Operationsfolgen auf:

Laut Ärzten war die Beschädigung eines kleinen Teils des Gesichtsnerv unvermeidbar. Seitdem kann ich die rechte Seite meiner Unterlippe nicht mehr bewegen. Dies sieht man zum Beispiel beim Lippen Spitzen oder auch beim Lachen. die rechte Seite der Unterlippe bewegt sich kein Stück. Viel wurde mir darüber nicht gesagt. Ich bekam nur einen Zettel mir ein paar Mimikübungen, die ich mehrmals Täglich machen soll und dass es bis zu 6 Monate dauert, bis ich das wieder bewegen kann. Ich versuche zwar immer die Übungen zu machen (z.B. Lippen spitzen oder Zähne zeigen), aber wie gesagt rührt sich die rechte Seite der Unterlippe gar nicht und somit habe ich das Gefühl, als ob die Übungen nutzlos wären. Wenn es sich zumindest ein bisschen bewegen würde, hätte ich das Gefühl nicht.

Gibt es hier Leute, die die gleiche/ähnliche Operationsfolge gehabt haben? Helfen diese Mimikübungen was, auch wenn sich der betroffene Teil gar nicht bewegt? Gibt es noch irgendwelche zusätzlichen Methoden um den Nerv zu trainieren und die Heilchancen bzw. den Heilprozess des Nervs zu verbessern?

Die zweite Folge ist das Kauschwitzen. Bereits nach der ersten Operation (2-3 Tage vor der zweiten) trat dies schon ziemlich stark auf und seit wenigen Tagen (leider ein paar Tage nach meinem letzten Termin) wieder. Jedoch ist es jetzt noch mehr. Die betroffene Stelle ist ständig etwas feucht und die Haut wirkt aufgeweicht. Beim Essen laufen mir schon nach wenigen Bissen ganze Tropfen den Hals hinunter. Nach einer Mahlzeit ist ein ganzes Taschentuch vom abtupfen ziemlich durchnässt. Erstens ist dies ziemlich störend und zweitens habe ich die Befürchtung, dass es die Narbenbildung an der Stelle beeinträchtigt. Mir wurde bereits vor den Operationen gesagt, dass Kauschwitzen behandelbar ist, jedoch habe ich meinen nächsten Kontrolltermin erst wieder in einem Monat. Sollte ich früher mit einem Arzt darüber reden oder ist das ungefährlich für die Narbenbildung und kann noch einen Monat warten?

Achja natürlich habe eine ziemlich lange Narbe die relativ "schön" ausgefallen ist. Von vor dem Ohr mit einem Bogen unter bis leicht hinter das Ohr und von dort nach unten bis fast zum Schlüsselbein. Der Ärzt hat mir schon wenige Tage nach der Operation geraten den Hals/Kopf viel zu bewegen, was ich auch gemacht habe. Auch eine Narbensalbe habe ich bei meinem letzten Termin verschrieben bekommen. Es spannt jedoch ziemlich wenn ich den Kopf etwas weiter drehe und es fühlt sich an, als ob ich einen Klebestreifen üben den Hals kleben habe. Wird das mit der Zeit besser? Gibt es sonst noch andere Methoden und die Narbe weiter zu "verschönern" und das Spannen zu vermindern?

Außerdem habe ich an einem großen Bereich der rechten Gesichtshälfte kein Gefühl. Fast das gesamte Ohr, die Wange bis zum Kinn und die rechte Seite des Halses sind taub. Dies ist vermutlich normal nach so einer Operation, doch wie lange dauert es, bis das Gefühl wieder kommt und wird das Gefühl komplett wiederkommen?

Danke schon mal an alle, die es bis nach hier unten geschafft haben und ich hoffe auf ein paar Antworten von euch.

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Re: Ohrspeicheldrüsenkrebs

Beitragvon ralfdingo » 11. Jul 2015, 13:44

Na bis hier unten hab ich es locker geschaft.
Ich wünsche dir erstmal alles gute und das es das hoffentlich war und du niemals wieder was davon hörst oder siehst.
Lese dich hier im Forum ein denn es gibt viele tips auch zum gesund bleiben.
Zu deinem spezifischem Fall kann ich dir nichts sagen denn du bist glaube ich der erste hier mit so einem Tumor.
Das ist auch nicht schlecht so kannst du deine eigene Statistik machen und einfach sagen 100% werden wieder gesund.
Was deine Einschränkungen angeht da solltest du einen guten Arzt finden denn die die du hast sind wahrscheinlich technisch gut aber menschlich nicht gerade die super Begleitung, das wird klar sonst hättest du nicht hier gefragt.
Aber warten wir ab ob nicht doch jemand ein paar gute tips fuer dich hat.
Ciao und nochmals Willkommen hier Ralf

dominic3
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Re: Ohrspeicheldrüsenkrebs

Beitragvon dominic3 » 11. Jul 2015, 14:04

Hallo ralfdingo!
Danke erstmal für deine herzliche Begrüßung. Mit deiner Vermutung bezüglich menschlicher Begleitung hast du wahrscheinlich recht. Die Gesichtsnervverletzung wurde von den Ärzten als Sekundär angesehen und weitere Fragen wurden nur mit "das braucht Geduld" beantwortet. Das Kauschwitzen trat erst nach meinem letzten Arztbesuch auf, somit habe ich noch mit keinem Arzt ausführlicher darüber gesprochen. Werde wahrscheinlich am Montag versuchen mit einem mich behandelnden Arzt Kontakt aufzunehmen.
Vielleicht lässt sich hier ja doch jemand finden, der die selbe bzw. ähnliche Operation hatte und mir meine Fragen beantworten kann.
Liebe Grüße Dominic

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Re: Ohrspeicheldrüsenkrebs

Beitragvon Naturfan » 12. Jul 2015, 11:55

Hallo Dominik,

gib bei Google einfach "Kauschwitzen" ein, da bekommst du sehr viele Seiten. Es scheint ein übliches Symptom nach so einer Operation zu sein.
Häufig wird dagegen Botox-Injektionen empfohlen. Da Botox aber doch ein Gift ist, würde ich es mir gut überlegen, ob es nicht eine zu grosse Belastung für den Körper ist.

Alles Gute

Hannelore

Gina
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Re: Ohrspeicheldrüsenkrebs

Beitragvon Gina » 15. Sep 2015, 13:10

Hallo Dominik,

Habe vor 3 Jahren genau die gleichen Diagnosen und Operationen wie du an der Ohrspeicheldrüse durchlaufen.
Es ist total erstaunlich die gleiche Krankengeschichte bis ins Detail...wo bist du operiert worden?

Habe mehrmals täglich die Übungen, die auf dem Zettel stehen gemacht,wochenlang...
Viel lachen...., da spürt man wie es im Gesicht arbeitet.
Heute sieht man fast nichts mehr.Aussenstehende merken garnichts.
Es lohnt sich also dran zu bleiben!

Ich weiß natürlich nicht,ob meine Probleme im Gesicht so stark waren wie deine.

Das Kauschwitzen ist schon nervig.
Mein HNO Arzt hat ebenfalls Botoxspritzen vorgeschlagen, das möchte ich auf keinen Fall.
Also "tupfe" ich fleißig beim Essen.Wenn ich auswärts essen gehe, vermeide ich Kauintensives.

Die Narbe creme ich immer morgens und abends ein.
Eine leichte Massage hilft auch, aber Vorsicht würde das lieber selbst machen, sonst kann das sehr nach hinten losgehen.
Qualitativ hochwertiger Honig auf die Narbe hilft auch.

Die operierte Gesichtshälfte fühlt sich immer noch taub an,vor allem das Ohr, aber man gewöhnt sich dran.

Hoffe,ich könnte dir ein wenig helfen.

Gina

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Re: Ohrspeicheldrüsenkrebs

Beitragvon ralfdingo » 15. Sep 2015, 22:10

Hallo Gina herzlich Willkommen hier bei uns und danke das du hier geantwortet hast denn wir hatten so gar keine Idee und wer fragt wartet doch immer auf eine Antwort. Wenn du magst und hier bleiben möchtest dann kannst du dich im forstellungsbereicj mit deiner Geschichte vorstellen ciao Ralf


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